Kreislauffähig Bauen in Gemeinden der EUREGIO: Herausforderungen erkennen, Lösungen entwickeln
Wie können Gemeinden kreislauffähiges Bauen und Sanieren erfolgreich umsetzen? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeitende sowie weitere kommunale Entscheidungsträger aus der EUREGIO Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein im Rahmen eines Bedarfserhebungsworkshops des INTERREG Mittelprojekts BauKREIS EUREGIO am 02.06.2026 im Rathaus Freilassing.
Das Interesse am Thema ist groß: Viele Gemeinden setzen bereits auf die Sanierung bestehender Gebäude, die Vermeidung unnötiger Neubauten oder die Wiederverwendung von Baustoffen.
Erste Erfahrungen und Pilotprojekte zeigen, dass kreislauffähiges Bauen in der Praxis funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass entsprechende Maßnahmen bislang häufig von engagierten Einzelpersonen getragen werden und eine systematische Verankerung in kommunalen Prozessen vielerorts noch aussteht.
Im Workshop wurden die zentralen Herausforderungen für die Gemeinden herausgearbeitet. Dazu zählen rechtliche und vergaberechtliche Unsicherheiten, offene Fragen zur Finanzierung und Förderung, fehlende Erfahrungen mit konkreten Umsetzungswegen sowie der organisatorische Aufwand für Wiederverwendung und Logistik. Auch begrenzte personelle Ressourcen erschweren die Umsetzung.
Gleichzeitig formulierten die Teilnehmenden klare Unterstützungsbedarfe: Gefragt sind praxisnahe Leitfäden, konkrete Beispiele aus vergleichbaren Gemeinden, übersichtliche Förderinformationen, Materialkataster sowie Möglichkeiten zur Vernetzung und Weiterbildung.
Ein wesentliches Ergebnis des Workshops war der Wunsch nach intensivem Erfahrungsaustausch. Die Gemeinden möchten voneinander lernen, erfolgreiche Beispiele kennenlernen und die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam in konkrete Maßnahmen und Projekte überführen.
Wie dies gelingen kann, zeigte die anschließende Besichtigung der derzeit im Bau befindlichen Grundschule in Freilassing, geführt wurde die Besichtigung vom ersten Bürgermeister der Stadt Freilassing, Markus Hiebl. Dort wird Beton aus dem Rückbau des Vorgängergebäudes im Neubau beziehungsweise als Verfüllmaterial weiterverwendet. Das Projekt verdeutlicht, dass kreislauffähiges Bauen keine Zukunftsvision ist, sondern bereits heute erfolgreich umgesetzt werden kann.
Die Ergebnisse des Workshops fließen nun in die weitere Arbeit des Projekts BauKREIS EUREGIO ein. Ziel ist es, Gemeinden mit praxisnahen Werkzeugen, Fachwissen und Vernetzungsangeboten bei der Umsetzung kreislauffähiger Bau- und Sanierungsvorhaben zu unterstützen.

