Erfolgreiche Exkursion HOLZfrauenGrenzenlos

Wie können Frauen in Holzberufen entlang der Forst- und Holzwirtschaft stärker miteinander in Kontakt kommen, sich weiterbilden und die Basis für Kooperationen schaffen? Die Antwort gab die vom INTERREG-Programm geförderte Exkursion HOLZfrauenGrenzenlos am 25.09.2026: Ein Bus voller Frauen aus Forstwirtschaft, Sägeindustrie, Tischlerei, Holzbau, Architektur, Bauingenieurwesen sowie Forschung und Lehre machte sich auf den Weg durch den Grenzraum Salzburg/Bayern.

Im Mittelpunkt standen der grenzüberschreitende Netzwerkaufbau, die Sichtbarkeit von Frauen in Holzberufen sowie gegenseitige Unterstützung und Erfahrungsaustausch. An fünf Stationen entlang der Wertschöpfungskette Holz erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in Unternehmen und lernten Frauen in Fach- und Führungspositionen kennen – vom Forstrevier über Sägewerk und Holzbau bis zur Tischlerei und Politik.

1. Waldumbau im Forstrevier Altenmarkt (Bayern)
Försterin Anna Gambos vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim machte den Waldumbau im Forstrevier Altenmarkt anhand von drei unterschiedlichen Waldbildern unmittelbar erlebbar. Im Fokus stand die Frage, wie sich Wälder angesichts von Hitze, Trockenheit und zunehmendem Schädlingsdruck langfristig stabilisieren und zugleich als nachhaltige Rohstoffquelle erhalten lassen.

Unterstützung erhalten WaldbesitzerInnen durch die Beratung des AELF, in Salzburg durch die Landwirtschaftskammer. Zusätzlich leisten Vernetzungsinitiativen wie die Forstfrauen in Österreich und Bayern einen wichtigen Beitrag. Der Austausch von Erfahrungen und Fachwissen stärkt die Zusammenarbeit, fördert die Weiterbildung und trägt dazu bei, Frauen in der Forstwirtschaft als kompetente Akteurinnen sichtbarer zu machen.

2. Sägewerk Schneider & Chiemgau Abbundzentrum (Bayern)
Wie aus dem Baum im Wald ein vielseitig einsetzbares Produkt wird, zeigte Unternehmerin Doris Schneider im Sägewerk Schneider in Nußdorf. Der Familienbetrieb verarbeitet ausschließlich regionales Holz aus einem Umkreis von 50 km. Neben dem klassischen Sägewerk mit Gattersäge gehören Trocknungstechnik und ein Abbundzentrum für Zimmereien aus der Region zum Betrieb.

3. Bürgerzentrum Fridolfing (Bayern) & EUREGIO-Speed-Dating
Welche Wirkung Holz im öffentlichen Raum entfalten kann, zeigte das Bürgerzentrum Fridolfing. Die 2024 errichteten Gebäude vereinen Bücherei, Gemeinderäume, Vereine, Jugendzentrum und Musikkapelle und sind heute ein zentraler Ort des Gemeindelebens. Durch das Bürgerzentrum führte die 3. Bürgermeisterin Anneliese Kiermaier und berichtete über die Entstehung des Projekts. Auf Wunsch der Gemeinde wurde der ursprünglich mineralisch geplante Entwurf zu einem Holzhybridbau weiterentwickelt.

Beim anschließenden EUREGIO-Speed-Dating kamen die Frauen in Holzberufen in kurzen Gesprächsrunden miteinander ins Gespräch und tauschten sich über Werdegänge, Erfahrungen, Motivation und berufliche Ziele aus. Auch Bürgermeisterin Kiermaier nutze die Gelegenheit für den Austausch mit den Teilnehmerinnen.

4. Generationenwechsel in der Tischlerei Spatzenegger (Salzburg)
Zurück in Salzburg öffnete die Bau- und Möbeltischlerei Spatzenegger in St. Georgen ihre Türen. Das seit 1954 bestehende Familienunternehmen verbindet traditionelles Tischlerhandwerk mit moderner Fertigung und ganzheitlichen Raumkonzepten. Konstanze Spatzenegger präsentierte das Unternehmen mit mittlerweile 15 Mitarbeitern und gab Einblicke zum laufenden Übergabeprozess. Gemeinsam mit ihrem Bruder Maximilian bringt sie neue Ideen ein und kann dabei auf das Know-how des Seniorchefs Johann Spatzenegger und der langjährigen Mitarbeiter zählen. Begleitet werden sie für den Generationenwechsel von einem externen Berater. Den Weg für diesen Prozess ebnete ein Workshopformat des Holzcluster Salzburg, dass sich mit dem Thema Betriebsorganisation auseinandersetzt.

5. Die Kommune als Vorbild für Zukunftsprojekte
Bei der abschließenden Abendveranstaltung im arte Hotel Salzburg wurde die Perspektive der Politik als wichtiger Bestandteil der Wertschöpfungskette rund um das Thema zukunftsfähiges Wirtschaften in die Netzwerkveranstaltung eingebunden. Stadträtin Anna Schiester (Die Bürgerliste der Stadt Salzburg) griff dabei zentrale Themen des Tages auf und spannte den Bogen noch weiter – von Vergaberecht und Ausschreibungen bis hin zu Wohngemeinschaften und dem Einsatz vom ökologischen Baustoff Holz für klimagerechtes Bauen der Zukunft.

„Wie und was wir bauen, hat großen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung unserer Stadt. Gerade deshalb sollten wir als Kommune mit gutem Beispiel vorangehen und innovative, ökologische Konzepte fördern. Aktuelle Projekte wie der Kindergarten in Lehen zeigen, dass wir Position beziehen können und den Einsatz von regionalen Baustoffen wie Holz fordern. Gleichzeitig bewegt man sich als Kommune oft in einem engen Korsett. Umso wichtiger ist es, für gute Initiativen und innovative Konzepte immer wieder den Kontakt zur Politik zu suchen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.“

Netzwerkaufbau mit Unterstützung des INTERREG-Programms
Als Lead Partner organisierte proHolz Salzburg/Holzcluster Salzburg gemeinsam mit den Projektpartnern Wir bauen auf heimischem Holz e.V., Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern, Chiemgau GmbH, Innovation Salzburg und wood*versity die Veranstaltung.

HOLZfrauen Grenzenlos 25.09.26 Quelle: Holzcluster Salzburg
Bei der Exkursion HOLZfrauenGrenzenlos machte sich ein Bus voller Frauen aus Forstwirtschaft, Sägeindustrie, Tischlerei, Holzbau, Architektur, Bauingenieurwesen sowie Forschung und Lehre auf den Weg durch den Grenzraum Salzburg/Bayern. Foto: Holzcluster Salzburg

 

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