EUREGIO mit Fachaustausch zur Problematik "Engerlinge"

Als Engerlinge werden Larven von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern bezeichnet. Nach der Paarung legen die Käfer ihre Eier im Boden ab, und die sich daraus entwickelnden Larven fressen dann die Wurzeln der Gräser ab. In der Kombination mit Trockenperioden, wie sie gerade 2018 und 2019 aufgetreten sind, führt ein vermehrtes bis massenhaftes Auftreten der Engerlinge zur Zerstörung von Grünland. Im Raum der EUREGIO Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein ist diese Problematik mehrfach und sehr intensiv aufgetreten, etwa im Pinzgauer Heutal, im Ortsteil Jochberg in der bayerischen Gemeinde Schneizlreuth oder auch im Flachgau am Südufer des Wolfgangsees. Somit Grund genug für die EUREGIO, diese Problematik Anfang September in Freilassing in einem grenzüberschreitenden Fachaustausch ausgehend von der EUREGIO-Facharbeitsgruppe Land- und Forstwirtschaft zu erörtern.

Die ExpertInnen von der Landwirtschaftskammer Salzburg, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising-Weihenstephan sowie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein erörterten mit betroffenen Landwirten die begrenzten Möglichkeiten zur Regulation der Engerlingpopulationen im Grünland. Sowohl auf bayerischer wie auch auf Salzburger Seite gibt es vielfältige Versuche. Zu beachten ist dabei auch die unterschiedliche Rechtslage in beiden Staaten, was etwa den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Notfallzulassungen anbelangt. So ist (künftig) die Anwendung von biologischen Pflanzenschutzmitteln, wie dem spezifisch Maikäferengerlinge befallenden Bodenpilz im deutschen Grünland unzulässig. In Westösterreich wird dieser Pilzstamm seit über 20 Jahren auch im Biolandbau erfolgreich eingesetzt.

In Deutschland hat sich die mechanische Bekämpfung als einziger, aber durchaus gangbarer Weg herauskristallisiert. Wo es Lage und Hangneigung zulassen, könnten etwa mit einer Kreiselegge oder einer Fräse möglichst früh und möglichst flächig die betroffenen Flächen bearbeitet werden. Eine unmittelbare Nachsaat mit standortgerechten Gräsern sowie ein darauf abgestimmtes mehrjähriges Nutzungskonzept (Beweidung etc.) können die Futterverluste für den Landwirt dann relativ gering halten.

Für das weitere Vorgehen auf bayerischer Seite wurde vereinbart, dass zunächst versucht wird, die Problematik im Schneizlreuther Ortsteil Jochberg in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Da nach dem Hauptflugjahr 2021 im darauf folgenden Jahr 2022 wieder ein Engerlings-Problemjahr erwartet wird, wollen die ExpertInnen aber als weiteren Schritt auch ein grundlegendes Konzept gemeinsam mit betroffenen Interessensgruppen erarbeiten.

Engerlinge
Die Maikäfer-Engerlinge fressen alle Wurzeln bis zur Bodenoberfläche weg. (Foto: Elisabeth Neudorfer)

 

Engerlinge Fraßschaden
Der Schaden durch einen Engerlings-Befall ist für den Landwirt und die Umwelt enorm. (Foto: Elisabeth Neudorfer)

 

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