8. EUREGIO-Sicherheitssymposium für Führungskräfte der Einsatzorganisationen
Über 150 Führungskräfte der Einsatzorganisationen aus Bayern und Salzburg kamen am Freitag, 9. Oktober 2026, im SN-Saal in Salzburg zusammen, um sich gemeinsam über wichtige Themen im Bereich Katastrophenschutz und Großschadensereignisse auszutauschen. Bürgermeister Norbert Meindl, EUREGIO-Vizepräsident, LAbg. Hannes Schernthaner, Präsident des Salzburger Zivilschutzverbandes, sowie Gastgeber Günter Trinker, Landesfeuerwehrkommandant Salzburg, eröffneten das achte EUREGIO-Sicherheitssymposium. Das Symposium griff aktuelle Themen wie Naturgefahrenmanagement, Zivilschutz und Rettungsdienst auf, aber auch der kollegiale Austausch kam nicht zu kurz. Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre und abwechselnd auf bayerischer und Salzburger statt. Moderiert wurde der Tag von Michael Rausch von der Landespolizeidirektion Salzburg. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgte der Landesfeuerwehrverband Salzburg.
Der Vormittag stand ganz im Zeichen des Naturgefahrenmanagements, des Zivilschutzes und des Rettungsdienstes. Markus Kurcz, Leiter Landeskatastrophenschutz Salzburg, stellte das Sachverständigen-Netzwerk zur Beurteilung naturgefahrengetriebener Szenarien vor, das anhand meteorologischer Informationen oder auch Warnungen frühzeitig und möglichst auswirkungsorientiert konkrete Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung erarbeitet. Claudia Riedl, Geosphere Austria, und Gudrun Mühlbacher vom Deutschen Wetterdienst stellten das von der EU über INTERREG geförderte Projekt RisKLIM vor. Die Schneeverhältnisse verändern sich und damit auch Lawinengefahr und Schneelast. Das Projekt will daher Klimawissen praxistauglich aufbereiten und schnee- und lawinenrelevante Klimaindikatoren über klare Informationsketten, auch grenzüberschreitend, für Warndienste, Gemeinden und Einsatzkräfte bereitstellen.
Im zweiten Block stellte Kristina Dietler vom Österreichischen Zivilschutzverband die Zivilschutz-App ZIVA vor, eine europaweit einzigartige App, mit der Sicherheit digital gedacht wird und die auch personalisierte Unterstützung bieten kann. Die App wurde bereits über 150.000 mal heruntergeladen. Ein Tele-Notarztsystem wird derzeit in Bayern ausgerollt. Joaquin Kersting, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, und Anton Groschack, Leiter der Integrierten Leistelle Traunstein, berichteten über die Einführung und erste Erfahrungen im Rettungsdienstbereich Traunstein. Bestens ausgebildete NotfallsanitäterInnen können hier am Einsatzort im Beisein eines online zugeschalteten Notarztes oder Notärztin gezielt die PatientInnen versorgen. Unsichtbare Bedrohungen sichtbar machen, das ist die Aufgabe der bundesweit in Deutschland und auf Anforderung auch in Österreich agierenden Analytischen Task Force (ATF) zum CBRN-Schutz. Der Leiter am Standort München, Tobias Achtsnit, zeigte eine Reihe von Einsätzen im chemischen, biologischen und radioaktiven Bereich auf.
Nach der stärkenden Mittagspause, bei der auch Einsatzfahrzeuge der Analytischen Task Force Bayerischen Roten Kreuzes (Rettungswagen mit Tele-Notarztsystem) sowie des Landesfeuerwehrverbandes Salzburg besichtigt werden konnten, begann der letzte Vortragsblock mit einem eindrucksvollen Bericht von Branddirektor Werner Kloiber, Berufsfeuerwehr Salzburg. Er berichtete von der erfolgreichen Bekämpfung eines Großbrandes in einem Industriebetrieb mit umfassender Gefahrgutlage und teilte seine gewonnenen Erkenntnisse, etwa zum Einsatz des Brandschutzbeauftragten, zur Führungsstruktur, zum Drohneneinsatz oder auch zur eingesetzten Schutzausrüstung, mit den Teilnehmenden. Besonders eindringlich war der Bericht von Frank Mehr, Amtsleiter für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in der Stadt Magdeburg, über den Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2024. Mehr hob dabei insbesondere die Rolle und Bedeutung der psychosozialen Notfallversorgung für Betroffene und Hinterbliebene, aber auch für die Einsatzkräfte, ÄrztInnen und ehrenamtlich Helfenden hervor.
Zum Abschluss dankten EUREGIO-Präsident Norbert Meindl und LAbg. Hannes Schernthaner allen Referenten, den Organisatoren und dem Landesfeuerwehrverband Salzburg für eine rundum gelungene Veranstaltung, die einmal mehr die Bedeutung grenzübergreifender Zusammenarbeit, auch zur Vorbereitung auf Krisenfälle, unterstrich.


